Hallo Yvonne,
Du scheinst es wahrlich nicht zu begreifen, oder!?
Das ignorier’ ich mal.
Die Kette kommt hinter dem Hund auf, allein durch das laute
Geräusch weiß er dann das er was falsch gemacht hat.
Was meinst Du denn, warum der Hund so auf dieses Geräusch reagiert? Sicherlich nicht, weil es ihm in verständlicher Hundesprache freundlich erklärt, er solle dies bitte unterlassen. Nein, da würde ich doch Angst dahinter vermuten.
Nur wenn
der Hund nicht auf das Geräusch hört, kann man in einmal
treffen - am Hintern - das merkt er sich und achtet in Zukunft
nur noch auf das Geraschel mit der Kette.
Eben. In Zukunft hat er Angst - so kann man das kürzer ausdrücken.
Viele Hundetrainer benutzen diese habe aber noch von keinem
gehört der Stachelhalsbänder benutzt.
Ich habe letztens davon gelesen.
Meinem Hund tu ich mit der Kette nicht weh, er hört wenn er
sie klappern hört, ohne das ich ihn damit irgendwann
malträtieren musste.
Mein Hund hat auch Angst vor Silvesterknallern, ohne dass er jemals von einem getroffen worden wäre. Dennoch ist es Angst.
Genau aus diesem Grund isses doch scheiße dem Hund ebenfalls
mit Gewalt zu kommen. Meiner Meinung nach sollte man Gewalt
nicht mit Gewalt bekämpfen.
Das ist ein sehr schöner Grundsatz, was das menschliche Zusammenleben angeht, aber nicht einmal da greift er immer. Oder gäbe es sonst so viele Kriege?
Klar ist eine Erziehung je früher desto besser, aber wenn
andere oder ich halt was verpasst haben ist es nicht der Hund
der dran schuld ist.
Nee, das habe ich auch nicht gesagt. Aber man muss dem Hund schon irgendwie klarmachen, dass in diesem neuen „Rudel“ auch neue, andere Regeln gelten als in dem alten.
Es kann umgangen werden!
Ist ja der Sinn dieser Diskussion. 
Nein, ich würde mir einen solchen Hund gar nicht erst
anschaffen, da er zu den Herdenschutzhunden zählt und meines
Erachtens nach nur in absolute Expertenhände gehört.
Meine Oma hatte ein größeres Grundstück und dort einen Kaukasischen Schäferhund, insofern bin ich mit den Eigenarten dieser Rasse etwas vertraut und muss Dir darin zustimmen, dass die Erziehung bei diesem Hund SEHR konsequent erfolgen muss und das Tier als Familienhund nicht unbedingt empfehlenswert wäre (obwohl dieses Tier nach meinen Erfahrungen gerade Kindern niemals etwas angetan hätte).
Wir haben hingegen den bereits erwähnten Schwarzen Terrier, der vom Charakter her sehr ruhig ist, außerdem durchaus gelehrig (in dem Sinne, dass er die Kommandos von der Bedeutung her rasch lernt), aber eben auch SEHR eigensinnig (sollten sie ja auch als ursprünglich gezüchtete Gulag-Wachhunde auch sein, wäre in der Situation blöd, wenn sie sich leicht umstimmen ließen). Und eben deshalb ist in der Erziehung ebenfalls Härte angebracht, wenn nichts anderes geht. Bei uns ging nichts anderes, da der Hund erst mit 3 Monaten zu uns gekommen ist und davor in einer Art wildem Hunderudel gelebt hatte, wo eben ganz andere Anforderungen und Gesetze herrschten. Das war er schon gewohnt.
Und im übrigen habe ich einen Staffrüden mit 4 Jahren (Terrier
sind ebenfalls dickköpfig!), den ich ohne dererlei Methoden zu
einem fröhlichen folgsamen Hund erzogen habe.
Ich sag’s doch - es kommt auf den individuellen Hund an, auf die Rasse und auf die Zeit, bevor er zu Dir gekommen ist.
Dann hab ich mich wohl ein paar mal verlesen als Besitzer
solcher Hunde
WELCHER Hunde? Wenn Du von sog. „Kampfhunden“ sprichst, dann glaube ich Dir gern, denn gerade über viele von ihnen stehen in Hundebüchern wesentlich freundlichere Charakteristika drin als z.B. über den deutschen Schäferhund.
Ja, Wölfe im Rudel leben angstfrei, die haben ja auch keinen
Boss der sie mal eben kurz wo anbindet und traktiert. Die
kommunizieren miteinander, klar gibt es auch dort Rangkämpfe
aber da bleibt man eben fair, wovon in Deinem Fall nicht im
geringsten die Rede sein kann.
Dennoch nimmt ein untergeordnetes Tier nicht aus Jux seine Stellung ein, sondern weil es weiß, dass es sich gegen das dominantere Tier durchsetzen können wird und andernfalls Angst davor hat, von diesem wieder zurechtgewiesen zu werden. Doch selbst unter diesen Umständen gibt es zwischendurch immer mal wieder neue Rangordnungsklärungskämpfe.
Im Rudel wird auch kein Wolf nur einfach so versuchen mal den
Boss zu beißen, da steckt immer ein Grund dahinter.
Ja, nämlich der, selbst in der Rangordnung aufsteigen zu wollen. Solche Rangordnungskämpfe kenne ich auch von den „Freunden“ unseres Hundes. Da gab es nämlich auch eine festgelegte Rangordnung, welche dennoch ab und zu von den niedriger gestellten Hunden angefochten wurde.
Klar, und wenn der Hund versucht Dich zu beißen (oder Deinen
Vater) hälst Du auch noch die andere Wange hin.
Wenn so ein Hund beißt, dann beißt er wirklich. Ich erinnere mich noch an die Vielzahl von zerrissenen, ehemals neuen Hemden sowie an Bisswunden.
Sei doch
ehrlich, der Hund versucht zu beißen,
Nein, der Hund versucht es nicht, er TUT es!
Ihr weicht zurück und
dann gibts einen auf die Schnauze - wahrlich tolle Methoden
seinen Hund unterzuordnen.
Der Hund beißt und der Mensch schlägt zurück. Irgendwann (in Wirklichkeit schon sehr bald, denn die Tiere sind klug) merkt der Hund, dass es besser sei, die dominante Stellung dem Menschen zu überlassen.
Ich kenne mich mit diesen Rassen leider nicht aus, denke aber
trotzdem das man mit Einfühlungsvermögen und etwas
Hundeverstand auch diese Hunde erziehen kann.
Wie gesagt, kommt auf den Hund selbst sowie seine Vorgeschichte an.
Der Hund war das Alphatier bei seinem letzten Besitzer und
wollte es auch überall sonst sein - wo also ist der
Unterschied zu dem Hund von Wiz???
Woher willst Du wissen worin bei diesem Hund die Ursachen
liegen?
Wer sagt Dir das es nicht zufällig genau so ablief bevor er zu
Wiz kam???
Das Verhalten des Hundes, welcher anscheinend ganz genau weiß, wann er sich wie zu verhalten hat, um doch noch an das von ihm gewünschte zu kommen. Wenn das Tier den Teppich NUR dann zu zerreißen sucht, wenn er beim Essensbetteln abgewiesen wurde, dann ist es kein Zeichen dafür, der Hund habe Angst vor dem Herrchen.
Dann kann ich für den Knirps eigentlich nur noch hoffen das
Wiz nicht auf Deine sicher gutgemeinten aber rein
tierschutzrechtlich falschen Ratschläge hört.
Anscheinend nicht, sonst hätte er das ja gesagt.
Was mich aber allgemein an der Reaktion sowohl von Dir als auch von Galli erstaunt, ist die Tatsache, wie vehement Ihr an gerade modernen Erkenntnissen von Verhaltensbiologie festhaltet. Diese Wissenschaft ist noch sehr jung und gerade das Verhalten zu interpretieren ist verdammt schwierig. Das macht die Erkenntnisse ungewiss und sehr von der Zeit abhängig. Das heißt, es ist nicht ausgeschlossen, dass man schon bald wieder zu einer anderen Interpretation bestimmter Verhaltensweisen gelangt und daraus wieder andere Regeln ableitet.
Mal abgesehen davon, sind Eure Tipps welche, die sich anscheinend auf jedes Tier anwenden lassen müssen. Aber man kann einem gerade wild um sich schnappenden Tier nicht mit einem Schnauzengriff kommen! Habt Ihr das schon mal versucht?
Andererseits - habt Ihr schon mal selbst gesehen, wie ein Hund darauf reagiert, nach unten gedrückt zu werden? Ich nehme an, nein. Und das ist schade, denn dabei zeigt das Tier keinerlei Anzeichen von „Todesangst“ oder „panischer Angst“. Das kann man sicher nur beurteilen, wenn man auch das Tier selbst gut kennt und weiß, wie sich bei ihm so etwas äußert. Ich weiß, dass mein Hund panische Angst hatte, als er zum Ultraschall auf den Rücken gelegt werden musste. Und ich weiß, dass das Tier NIE UND NIMMER auch nur ansatzweise ähnlich auf den „Nackengriff“ so reagiert hat! Aber natürlich sollte man allgemein gehaltenen Regeln mehr Vertrauen als den eigenen Erfahrungswerten mit seinem, ganz individuellen Tier…
Zu eben dieser Kategorie zähle ich auch Eure Vermutungen, unser Hund würde sich ängstlich uns gegenüber verhalten. Wie gesagt, ICH kenne dieses Tier schon seit 12 Jahren und ich weiß, wie sich bei ihm Angst äußert. Ich weiß auch, dass man bei ihm nicht jedes Strecken als Angstsignal deuten darf, da er dabei z.B. auch die Hinterbeine immer streckt - immer nachdem er lange geschlafen hatte und aufstehen muss. Alles erklärbar dadurch, dass er fortschreitende Arthrose hat. Gerade aufgrund dieser Erfahrung halte ich verallgemeinerte Erfahrungswerte aus der sehr jungen und sehr unsicheren Wissenschaft - der Verhaltensbiologie - als nicht allzu sicher und orientiere mich lieber an meinen eigenen Erfahrungen mit DIESEM Tier (nicht mit jedem x-beliebigen). Für die Erziehung eines jeden Hundes muss man einen eigenen Ansatz finden, ebenso, wie man zu jedem Kind auf andere Art und Weise Zugang findet, eben nicht nach Schema X.
So, das war das, was mir nach der Auswertung Eurer Beiträge durch den Kopf gegangen ist. Ich finde es schade, dass Ihr mich und meine Familie anscheinend gleich als Hundemisshandler abstempelt, ohne selbst das Tier jemals gesehen zu haben und allein auf Eure - sicherlich nicht allumfassenden - Erfahrungen bzw. auf die (sehr allgemein gehaltene) Wissenschaft vertraut. Es ist ganz sicher nicht mein Ziel, Euch die von mir geschilderte Erziehungsweise für Eure Hunde aufzuzwingen, aber vielleicht könntet Ihr dem Urteilsvermögen anderer Menschen etwas mehr Vertrauen schenken und akzeptieren, dass es nicht nur Tiere gibt, welche sich nach den politischen Grundsätzen der menschlichen Gesellschaft (nämlich völlig gewaltfrei) erziehen lassen (nicht mal dort kann das ja eingehalten werden).
Ich denke, diese Ausführungen können durchaus als mein Schluss-Statement zu dieser Diskussion gelten, da sie sowieso mittlerweile ganz schön von der ursprünglichen Frage abgedriftet ist.
Gruß,
Anja