Hallo datafox,
b) wer nicht von der Nicht-Existenz Gottes zweifelsfrei
überzeugt ist, der wird das „versaute (irdische) Leben“ einer
möglichen „versauten Ewigkeit“ gegenüberstellen müssenalso unter der voraussetzung, daß ein gottgefälliges leben ein
versautes ist (warum das so sein MUSS leuchtet mir jedoch
nicht auf den ersten blick ein.)
mir leuchtet dieses Müssen ebenfalls nicht ein;
Dass man sich das Leben durch Glauben „versaut“, war Maltes Voraussetzung im vorangegangenen Posting (übrigens eine Voraussetzung, die in unseren Breitengraden wohl ziemliche Zustimmung erhalten wird, was man ja auch an vielen Beiträgen in diesem Board ersehen kann
:
- so what; (der Glaube war umsonst, hat aber nicht geschadet)
Ich [Malte] persönlich finde ein Leben, das am Glauben
ausgerichtet ist - sofern wir das mal auf die herkömmlichen
Varianten beschränken - für einen großen Verlust und sehr
trostlos. Aus meiner Sicht wäre Konsequenz 2 also„Glaube war umsonst, man hat sich die Zeit auf Erden selbst
versaut“.
da kann man die wette aber umdrehen: ein gutes jenseitiges
leben ist ziemlich sicher, das was nachher kommt, ist dagegen
unbekannt. wie sagt man: besser den spatz in der hand als die
taube auf dem dach.
das kann der Agnostiker leicht sagen; dem Gläubigen wird dieser Satz schwerfallen; er kann ihn sagen, er kann vielleicht sogar noch danach handeln, aber wird ihn nicht bisweilen die Sehnsucht nach der Taube einholen, hinterrücks überfallen, sich in schwachen Stunden einschleichen?
zu Deinem obigen Posting:
Ob der Glaube an ihn Gottes Maßstab ist, das ist der Knackpunkt (meiner Kurzfassung) der Wette, da hast Du Recht;
in Re5 habe ich diese Voraussetzung explizit hinzugefügt:
Dein [Maltes] Einwand (der ja auch im Wikipedia-Link angeführt ist) ist
natürlich zunächst einleuchtend, denn es könnte ja einen Gott
geben, der Belohnung und Bestrafung gar nicht danach
ausrichtet, ob man an ihn geglaubt hat oder nicht, etc.Wenn man aber -und nur diese Variante ist für eine solches
Modell überhaupt sinnvoll- davon ausgeht, dass die Leitfrage
nicht einfach ist:
Soll ich an Gott glauben?
sondern
Soll ich an einen Gott glauben, der mir Lohn oder Strafe
danach auferlegt, ob ich an ihn geglaubt habe?
also in anderen Worten: Soll ich glauben, dass ich glauben
muss um belohnt und nicht bestraft zu werden?
Viele Grüße
franz
