Moin,
Wenn jeder, der ein paar Nächte schlecht schläft, weil Kind
zahnt oder krank ist oder sein Kind mal anfährt, weil es den
ganzen Tag nervt, zum Psychologen läuft (und das möglichst
schon vor der Geburt, was Du ja am besten finden würdest),
hätten unsere Psychologen ja ne Menge zu tun.
Hab ich das irgend wem empfohlen? Nein. Also gehst du schon mal von völlig falschen Unterstellungen aus.
Es geht hier um zweierlei:
Einmal um Eltern, die es nicht schaffen, ihre Kinder ohne Gewalt zu erziehen, und zum zweiten um Eltern, die wie jemand anders hier schrieb „am Ende ihrer Kräfte sind“.
Welche Hilfe jeweils die richtige ist, muss man sich im konkreten Fall anschauen. Der Psychologe ist es in vielen Fällen jedoch nicht. (Bei manchen Eltern, die „am Ende ihrer Kärfte sind“, reich es schon, wenn ab und zu mal ein Babysitter kommt und die Eltern sich einen schönen Abend machen können). Das nur mal so als Hinweis.
Allerdings wird der Gang zum Psychologen bei vielen am meisten dann gescheut, wenn er tatsächlich angebracht wäre. Aber auch hier gibt es andere Möglichkeiten.
Du sprichst die ganze Zeit von „bis zum Erbrechen schreien
lassen“. Davon hat die UP nicht geschrieben. Sie hat von
„Brechreiz“ gesprochen. Weißt Du, wie schnell Kinder in dem
Alter sich bis zum Brechreiz = Würgen, hochspulen können
(spucken tun sie dann eigentlich nie)? Das geht von Null auf
Hundert innerhalb kürzester Zeit wegen Lapalien. (Bei etwas
älteren Kindern klappt es sogar auf Kommando beim Essen, wenn
etwas ungeliebtes -aber letzte Woche noch Leibgreicht- auf dem
Tisch steht).
Um solche Fälle ging es hier aber nicht, sonder es ging darum, dass eine Mutter ihr Kind über mehrere Tage hinweg über längere Zeiträume systematisch und mit voller Absicht hat schreien lassen.
Wenn jeder, der seine Kinder getrennt von Geschwistern bzw.
Eltern schlafen läßt, potentielle Missbracher, Gewalttäter,
Massenmörder oder sonstwie gestörte Kinder großziehen würde,
wäre doch fast jeder unserer und der Generation unserer Eltern
total gestört.
Die wenigsten Vertreter dieser Generation hatten tatsächlich ein Zimmer für sich allein, dafür reichten schon allein die räumlichen Gegebenheiten nicht und Einzelkinder waren eher die Ausnahme, sondern teilten Zimmer mit Geschwistern. Dafür gab es andere Probleme in der Erziehung (z.B. Gewalt).
Ansonsten, möchtest du mal Zahlen sehen, wieviel Erwachsene in unsere Gesellschaft an Störungen leiden, die psychische Ursachen haben?
Ich zitiere:
Nach den Ergebnissen des Bundes-Gesundheitssurveys (2004) erkrankt etwa jeder dritte erwachsene Deutsche im Laufe eines Jahres an einer psychischen Störung. Das sind über 16 Millionen Menschen.
http://www.bptk.de/psychotherapie/zahlen_fakten/8906…
Und wir reden hier nicht über ein bisschen Unwohlsein sondern tatsächlich über psychische Störungen.
Über den Rest hab ich mich bereits an anderer Stelle geäußert.
Gruß
Marion