Jakob Wassermanns Caspar Hauser: Wie viel Dichtung? Wie viel Wahrheit?

Liebe Konsodalen,

obwohl immer noch langsamer geworden und daher bis 30.11.2027 unter enormem Zeitmangel lebend, hab ich endlich in Jakob Wassermanns Caspar Hauser hineingefunden und lese ihn mit (Freude oder Begeisterung wäre daneben, ich sag mal:) Hingabe.

Anders als bei Lion Feuchtwanger, dem Begründer des „modernen“ Historischen Romans, von dem ich weiß, dass er akribisch enorme Mengen an authentischen Quellen zu seinen Romanen und Romanfiguren studiert hat, frage ich mich bei diesem Werk, welchen Anteil dabei Quellenstudium und Recherche und welchen Anteil Fiktion (freilich auch diese nach sorgfältigem Studium von Zeitgeist und Gesellschaft im ersten Viertel des 19. Jahrunderts) hat: Die hauptsächlich agierenden und in Details ausgemalten Personen sind allesamt historisch belegt, aber ich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass es zu ihrem Umgang mit Caspar brauchbare Quellen wie etwa Tagebücher oder Briefe gibt.

Daher also schlicht die Frage: Wie viel von dem, was Jakob Wassermann berichtet, ist authentisch Belegtes, und wie viel ist Dichtung? - Ich will dem Autoren (den ich so oder so nicht bloß wegen Caspar Hauser bewundere) damit nichts wegtun, es täte mich halt interessieren.

Wer weiss was?

Schöne Grüße

MM