Hallo zusammen, ich stelle mir diese Frage gerade aus aktuellem Anlass. Mein Vater hat vor Kurzem eine Knie-OP hinter sich gebracht und die Reha abgeschlossen. Eigentlich soll er jetzt zu Hause fleißig weiterüben, aber wir merken extrem, wie schwer er sich damit tut. Solange jemand neben ihm steht, zieht er mit, aber allein daheim fehlt einfach die Disziplin. Oft ist er sich auch unschlüssig, ob er die Bewegungen überhaupt richtig ausführt, und lässt es dann aus Unsicherheit lieber ganz bleiben. Ich frage mich jetzt, ob eine digitale Begleitung, die einen zu Hause erinnert und durch die Übungen führt, ihm da helfen würde. Wie seht ihr das? Würdet ihr (oder eure Angehörigen) so etwas zwischen den Terminen nutzen, oder fehlt da der persönliche Kontakt? Mich würde eure Meinung dazu mega interessieren!
Ich habe mich während meiner Reha nach Schlaganfall statt für die übliche Pysio-Verordnung für „T-Rena“ entschieden, klang cool, ich mag Technik und das Konzept machte für mich initial Sinn.
Im nachhinein würde ich das nicht nochmal machen. Obwohl eigentlich jede Woche (eigentlich) ein neuer, individueller Trainingsplan erstellt wurde, war der doch Einheitskost, nicht an meine damalige körperliche Situation angepasst - viele Übungen konnte ich nicht oder nur zum Teil durchführen. Außerdem der zeitliche Aufwand, statt 1x pro Woche ein Physiotermin jeden Abend 10 Übungen - zwischen 60-90 Minuten insgesamt, über 12 Wochen hinweg.
Neben einer Turn/Yoga-Matte benötigt man keine weiteres Gerät, also kein Kostenfaktor. Gut war die App mit Videoerklärungen, auch für nicht technikaffine Menschen geeignet, aber es muss natürlich ein Tablett vorhanden sein (keine Ahnung ob Laptop auch möglich und ein Smartphone groß genug gewesen wäre…)
Hallo,
es gäbe auch noch die Möglichkeit des ärztlich verordneten Reha-Sports. Das hätte dann auch eine hohe Verbindlichkeit.
Reha-Sport und Funktionstraining | Deutsche Rentenversicherung
&tschüß
Wolfgang
Servus,
wie schätzt denn der behandelnde Orthopäde seinen jetzigen Zustand ein? Hat er überhaupt versucht, sich statt der „ReHa“ am Stück Physiotherapie in über längere Zeit verteilten persönlichen Einzelsitzungen verschreiben zu lassen?
Mit einem guten Physiotherapeuten ist das nicht nur viel wirksamer als ein paar Wochen dicht gepackte „ReHa“, sondern auch als irgendwelches Digitalgedüdel.
Spatzel, die nach einem Fahrradsturz im Juli 2025 zuerst in einem mittlerweile aus Gründen geschlossenen Krankenhaus miserabel versorgt wurde und dann zu kämpfen hatte, dass man sie, die in ihrem Zustand objektiv keine Treppen steigen konnte, nicht mit einer „ReHa“ beglückte, zu der sie täglich unten vor dem Haus abgeholt worden wäre, ist seither bei einem bongfortionösen Physiotherapeuten in schrittweisem Aufbau ihrer Beweglichkeit. Als sie mal das Thema der immer neuen Anschlussverschreibungen bei ihrer Krankenversicherung diskutierte, wurde ihr dort erklärt: Wissen Sie, das kostet uns viel weniger, als wenn sie auf die Schnelle zurechtgeschustert auf die Straße geschickt werden, bevor Sie wieder richtig gehen können, und dann neue, womöglich noch komplexere Brüche erleiden.
So isches noch au wieder
Moit
MM
Das tut mir leid zu hören, dass die Erfahrung bei deiner Schlaganfall-Reha so frustrierend war! Aber danke dir wirklich sehr für diesen ehrlichen Einblick, genau solche Erfahrungsberichte habe ich gesucht. Das mit den Standard-Trainingsplänen ist genau meine Befürchtung. Wenn die Übungen nicht richtig passen und man dann alleine vorm Bildschirmen sitzt und scheitert, nimmt das natürlich komplett die Motivation. Und ehrlich gesagt klingen 60 bis 90 Minuten jeden Abend selbst für gesunde Menschen extrem stramm, für jemanden in der Reha ist das ja ein riesiges Pensum. Mein Vater würde da wahrscheinlich schon nach drei Tagen das Handtuch werfen.
Dass die App immerhin gut erklärt war und man kein teures Equipment brauchte, ist zwar ein Pluspunkt, aber bringt halt am Ende wenig, wenn der Inhalt am Bedarf vorbeigeht. Deine Antwort hilft mir auf jeden Fall mega weiter, das Ganze realistischer einzuschätzen. Ich glaube, bei meinem Vater macht es dann wohl doch mehr Sinn, lieber auf kürzere, ganz gezielte Übungen vom Physiotherapeuten zu setzen.
Hallo Wolfgang, vielen Dank für den Tipp! Stimmt, an Reha-Sport oder Funktionstraining habe ich in dem Zusammenhang ehrlich gesagt noch gar nicht richtig gedacht. Das mit der Verbindlichkeit ist glaube ich ein extrem wichtiger Punkt. Wenn mein Vater feste Termine hat, wo er hinfahren muss und andere Leute dabei sind, rafft er sich bestimmt eher auf, als wenn er daheim allein rumkrebst. Und ein Vorteil wäre ja, dass vor Ort ein Trainer draufschaut, damit er die Übungen auch wirklich richtig macht und keine Angst haben muss, was falsch zu machen. Ich werde das beim nächsten Arzttermin definitiv mal ansprechen.
danke dir für deinen Erfahrungsbericht, es ist echt heftig zu hören, was sie nach dem Sturz durchmachen musste, aber umso schöner, dass sie mit ihrem Physio jetzt so einen Glücksgriff gelandet hat. Was deine Frage angeht, der Orthopäde sieht seinen Zustand eigentlich auf einem guten Weg, aber die Beweglichkeit fehlt halt noch spürbar. Genau da liegt bei uns der Hund begraben. Bisher hatten wir das Thema mit den fortlaufenden Einzelterminen über längere Zeit gar nicht so auf dem Schirm, weil nach der Reha erst mal nur die Standard-Empfehlung kam, einfach daheim am Ball zu bleiben. Danke für den Denkanstoß und weiterhin alles Gute für Spatzel!
Nach meiner Knie OP hatte ich Reha bekommen. War aber viel zu kurz und viel zu wenig. Klar könnte man etwas machen aber das Problem aus meiner Sicht ist, es wird mit der Zeit eh immer besser, das reicht dann schnell. Da verliert man schnell die Motivation weil es eh weitergeht. Im Endeffekt dauerts so halt länger. Bei mir ist mein Knie noch gut zwei Jahre bei Belastung angeschwollen und ich habe am Anfang sehr lange gebraucht bis ich es wieder komplett ausstrecken konnte. Da hätte ich mir schon mehr gewünscht und in Nachhinein hätte ich auch viel mehr dahinter sein sollen und selbst Übungen machen sollen.
Jetzt ist wieder alles ok und ich habe keine Probleme nur war die Verletzung eben mein Aus beim halbwegs professionellen Sport.
Ja absoulut, diese sinkende Motivation mit der Zeit ich kenns eh von mir selber auch, wenns darum geht einfach sport zu machen oder so daheim. Da bleib ich meistens eine woche dran und dann hör ich wieder auf. Brauch da auch noch irgendwas das mich auf Kurs hält sozusagen. Meistens merkt man halt erst nach Jahren, dass diese Bewegungen nach einer OP sehr wichtig gewesen wären, wenns immer wieder mal zwickt dann. Das will ich ihm eben ersparen. Wenn er das alles nicht einfach nach Gefühl machen würde, sondern Erfolge schwarz auf weiß sehen könnte, wäre ihm sicher geholfen. Das ist aber auch sehr traurig zu hören, dass du dadurch den professionellen Sport aufgeben musstest.
Na es ist nicht wegen dem Sport selbst, das hab ich davor ja jeden Tag gemacht. Es geht darum spezielle Übungen zu machen obwohl es mit der Zeit eh immer besser wird. Aber man kann halt viel dazu beitragen, dass es schneller und noch besser geht. Ich habe danach wieder versucht Fußball zu spielen, ging auch so halbwegs aber das Knie ist immer wieder angeschwollen. Das ging eben noch 2 Jahre so weiter, da habe ich dann schon aufgehört. Erst als ich dann regelmäßig ins Gym bin und wieder laufen gegangen bin, hat sich das extrem verbessert. Jetzt habe ich keine Probleme mehr. Muskeln in dem Oberschenkel sind jetzt wieder fast gleich.
Gut, jetzt ist es schon zu spät aber hätte ich das gleich nach der OP gemacht, hätte ich eventuell noch weitermachen können. Da hätte ich mir schon gewünscht, dass ein bisschen mehr kommt oder ich eben selbst daran denke und das nicht so laufen lasse in der Hoffnung, wird schon wieder.