Hundehaltung trotz Berufstätigkeit?

Hallo,

meine ganz ehrliche Meinung:
Bei so langer und so häufiger Abwesenheit würde ich von der Hundehaltung eher abraten. Ein Hund ist ein Rudeltier, das den Anschluß zu seinem Rudel braucht. Sie schlafen zwar auch viel, aber Einsamkeit ist etwas mit dem Rudeltiere nicht sonderlich gut klarkommen. Es klappt sicher in vielen Fällen, aber das ist von einem Optimum weit weit entfernt.

Und ja, Alleinesein muß in ganz kleinen Schritten (5 Minuten weise)trainiert werden, weil ein verlassenes Rudeltier instinktiv Todesangst erlebt, da es ohne sein Rudel nicht überleben könnte.
So eine Angst endet nicht selten in Zerstörungswut.

Also muß der Hund die Gelassenheit entwickeln sich sicher sein zu können, dass seine Menschen wieder zurückkommen.

Es ist auch nicht damit getan zwei Hunde zu nehmen, denn Hunde haben ein ganz anderes Potential Dummheiten in der Wohnung anzustellen als Katzen (die sich in ganz andere sozialen Strukturen bewegen)und es garantiert auch nicht, dass sich zwei Hunde nicht verlassen fühlen würden…

Bei einem Tierheimhund hast Du noch das zusätzliche Problem, dass Du die Vorgeschichte nicht/kaum kennst und nicht weißt, was der Hund schon erlebt hat und ob sein Vertrauen zu Menschen bereits in der vergangenheit erschüttert wurde. Letztere brauchen verständlicherweise deutlich mehr Zeit um sich dem neuen gemischten Rudel anzuschliessen un Vertrauen zu fassen.
Die Erfahrungen die die Tierpfleger mit den einzelnen Hunden gemacht haben, sind leider nur die halbe Miete.

Wer kümmert sich im Krankheitsfall (sowohl wenn kranker Hund als auch kranker Mensch)um den Hund?
Wer kümmert sich im Urlaub?
Wieviel (qualitativ hochwertige) Zeit kann täglich für das Tier investiert werden?
Gassi gehen und im Garten toben ist nicht alles was der Hund an Aufmerksamkeit und geistigem Input braucht. Hunde ohne aktive Beschäftigung durch sein Herrchen liegen im Garten/Hof nur herum.

Das sind Threads die ich auf die Schnelle nur mit dem Stichwort „alleine“ gefunden habe, die meisten haben Probleme mit dem Alleinesein, aber einige fragen direkt, wie man das lernen kann.

/t/hundehaltung-wie-lange-alleinelassen/4468189
/t/hund-kratzt-an-waenden/4024590
/t/welpen-alleine-zu-haus/3915449
/t/mein-hund-bellt-wenn-er-alleine-ist/3719357
/t/hund-alleine-lassen/3376793
/t/hund-weint-und-heult-wenn-er-alleine/2937632
/t/hund-bleibt-ploetzlich-nicht-mehr-alleine/2704938
/t/hund-und-sofaproblem/2682118
/t/reisekrankheit-und-alleinebleiben-beim-hund/2555655
/t/hund-klaefft-wenn-alleine/2289979
/t/welpe-alleine-zu-hause/1674152
/t/hund-mag-nicht-alleine-sein/1162081
/t/hund-tagsueber-alleine/929181
/t/hund-bellt-und-winselt-alleine/366747
/t/hundegejaule-in-der-nachbarschaft/3639290
/t/ab-wann-hunde-zusammen-alleine-lassen/4383589

Ich bitte Dich, Dich hier durchzuwälzen.

Solltest Du trotz allen Wenn und Abers dennoch für einen Hund entscheiden, dann lüge bitte auf keinen Fall das Tierheim an!!

Erkläre ihnen wie Deine Umstände sind und wie Du gedenkst den widrigen Teilen davon zu begegnen, die Auswahl welches Tier eventuell doch zu Dir passen könnte hängt entschieden von der wahrheitsgemäßen Beantwortung der Fragen ab, denn hier kommt die halbe Miete der Tierpfleger ins Spiel.
Je nachdem was es für ein Hund werden soll bietet sich auch der Gang zu einem Begleithundekurs an. Viele Hundevereine bieten günstige Mitgliedschaften an oder man kann einzelne Kurse buchen.

Viel Glück bei der Entscheidungsfindung
Maja